Projekt
Über uns
Das Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP) ist eine 2005 gegründete Einrichtung an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und der Steinbeis-Hochschule Berlin, die sich auf die Erforschung familienbewusster Personalpolitik spezialisiert hat. Das in dieser Form einzigartige Kompetenzzentrum vereint Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Wirtschaftswissenschaft und Politikwissenschaft. Die Forschung des FFP wurde durch die berufundfamilie gGmbH, einer Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, initiiert und von ihr bis 2010 gefördert.
Familienbewusste Personalpolitik
Familienbewusste Personalpolitik umfasst Maßnahmen, mit denen Unternehmen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern und somit deren Entscheidung für Familie bzw. deren Leben mit Familie erleichtern. Betriebskindergärten, flexible Arbeitszeiten, familienbezogene Zuwendungen – familienbewusste Personalpolitik ist vielseitig und weit mehr als ein besonderer Service für berufstätige Eltern. Die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben ist erklärtes Ziel der Politik, aber auch zunehmend von vielen Unternehmen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht im Kreuzungspunkt zentraler gesellschaftlicher Entwicklungslinien. Die derzeit bedeutsamste ist die demografische Entwicklung, die eine Vielzahl von Handlungsbereichen vor neue Herausforderungen stellt.
Die Rolle der Unternehmen
Die veränderten demographischen Strukturen betreffen nicht nur das Gesundheitswesen, die Renten- und Sozialpolitik und alle Märkte, sondern auch die Unternehmen. Sie stehen einerseits vor dem Problem mittelfristig sinkendes Arbeitskräftepotenzial durch geeignete Maßnahmen zu erhalten oder zu ergänzen und andererseits Kosten zu vermeiden, die sich durch die herkömmlichen Muster der individuellen Organisation von Beruf und Familie ergeben. Dazu gehören z.B. Kosten, die durch hohe Fluktuationsraten, durch die Anstellung von Vertretungspersonal während der Familienphase oder durch Fehlzeiten zur Kinderbetreuung in unvorhersehbaren „Notfällen“ entstehen. Unternehmen sind zu den klassischen Akteuren der Familienpolitik hinzugetreten, weil familienbewusste Maßnahmen für sie handfeste betriebswirtschaftliche Vorteile mitbringen können und weil sie darüber hinaus damit auch im zunehmenden Wettbewerb um qualifiziertes Fachpersonal punkten können.
Das Forschungsprojekt
Auf Seiten der Unternehmen stehen häufig sicheren Kosten familienbewusster Maßnahmen weitestgehend unsichere Erlöse gegenüber. Dieser Unsicherheit möchten wir begegnen und gleichzeitig eine Forschungslücke schließen. Um allgemeingültige Renditen wird es dabei nicht gehen. Unser zentrales Ziel besteht vielmehr darin, das Thema Familienbewusste Personalpolitik in seiner Gesamtheit zu erfassen und wissenschaftlich tragfähige Aussagen über Kosten und Erträge familienfreundlicher Maßnahmen im Unternehmen zu gewinnen. Mit unserer Forschung wollen wir zur Optimierung familienbewusster Personalpolitik beitragen und deren gezielte Unterstützung durch politische Maßnahmen anregen.
Im Mittelpunkt des Forschungsprojektes steht die Evaluation familienbewusster Personalpolitik. Dies beinhaltet neben der Bestandsaufnahme konzeptioneller und empirischer Forschung im Themenfeld Beruf und Familie die Erhebung von Daten zur Analyse betriebswirtschaftlicher Effekte familienbewusster Maßnahmen in Unternehmen. Eine Grundlage unserer Arbeit bilden die Erfahrungen der durch das audit berufundfamilie zertifizierten Unternehmen, die regelmäßig befragt werden. Das audit berufundfamilie wurde im Auftrag der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung entwickelt und ist ein Managementinstrument zur Förderung betriebsindividueller familienbewusster Personalpolitik.
Des weiteren führt das FFP repräsentative Befragungen auch von nicht zertifizierten Unternehmen durch und entwickelt mit dem berufundfamilie-Index ein Instrument zur Individuellen Messung des betrieblichen Familienbewusstseins.
Familienbewusste Personalpolitik ist ein Zukunftsthema. Ihre Handlungsmöglichkeiten, Wirkungszusammenhänge, ihre Erträge in betrieblicher und gesamtgesellschaftlicher Hinsicht zu ergründen, bedarf systematischer wissenschaftlicher Analyse. Das FFP hat sich diese Analyse zur Aufgabe gemacht.
